David Wonschewski | Autor

Kulturjournalist – Romancier – Misanthrop

Misanthropische Platte: Dead Can Dance – Anastasis (2012)

Von Tristan Osterfeld/ Mit Dank an http://www.alternativmusik.de

Hat dieses Album überhaupt eine Chance? Jahrelang war es still um die Band, eine Re-Union wurde trotz einer Tour im frühen neuen Jahrtausend ausgeschlossen, da man sich musikalisch zu weit voneinander entfernt hatte und nun gibt es 15 Jahre nach Spiritchaser doch ein neues Album. Ein zweites Spiritchaser, das rituellste Album? Zurück zu den Anfängen und wieder sakraler werden? Das anbieten, was gut funktioniert hat, oder ganz neue Wege gehen? Wäre nicht unwahrscheinlich bei einem Neuanfang, besonders wenn auf beiden Seiten eine musikalische Weiter- bzw. Umentwicklung stattfand. Und tatsächlich findet man auf Anastasisvon allem etwas. Wichtiger scheint aber zu sein, dass das Album mit all den Elementen aufwartet, die man von einem Dead Can Dance-Album erwarten kann.

Zunächst mal eine enormes Aufgebot an Instrumenten, viele orientalische, aber auch Blechbläser, Gitarren, Streicher, die eher westlichen Ursprungs sind, gibt es zu hören. Außerdem field recordings, Händeklatschen und die eindrucksvollen Stimmen von Brendan Perry und Lisa Gerrard. Als nächstes wäre da die archaische Stimmung, die auch auf Anastasis zu finden ist und einen in den Bann ziehen kann und in denen man nach mehrmaligen Hören noch neue Facetten entdeckt. Gleichzeitig wirkt das Album weniger düster als die Vorgänger, was schon der Opener Children of the Sun beweist. Auch in dem dynamischen wie aus 1001 Nacht wirkenden Agape oder dem psychedelischen Mandala-artigen Opium gibt die Band ihrer Musik neue Akzente.

Da man sich im Bereich Weltmusik bewegt, ist natürlich die Grenze zum Kitsch gefährlich nahe, das Album schafft es auch nicht immer, dieser Grenze fernzubleiben. Jedoch wird man nie aufdringlich und wenn, dann wird diese Grenze nur gestreift und tatsächlich passt das bisschen Kitsch dann auch noch so positiv in das Album, dass es nie auffällt. Was also bleibt: Fantastische Melodien, zwei ausdrucksstarke Stimmen und eine vielseitige Instrumentalisierung. Wer das an Dead Can Dance immer geschätzt hat, der wird auch Anastasis lieben.

Homepage: www.deadcandance.com
Facebook: www.facebook.com/DeadCanDanceOfficial
Twitter: www.twitter.com/DCDmusic

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4 Kommentare zu “Misanthropische Platte: Dead Can Dance – Anastasis (2012)

  1. davidwonschewski
    29. August 2012

    Ich merke: Musikalisch kommen wir nahezu eineiig daher, Herr Appetite. Also ich meine wie Zwillinge, natürlich.

  2. Call Me Appetite
    29. August 2012

    ein“e“

  3. Call Me Appetite
    29. August 2012

    ein ganz fantastische platte und die jahreszeit hat ja dafür noch gar nicht begonnen….

  4. Der Emil
    15. August 2012

    Dia allerdings ist ein «must have» …

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 15. August 2012 von in Die Misanthropische Platte und getaggt mit , , , , , , , , , , , , , .
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