David Wonschewski | Autor

Kulturjournalist – Romancier – Misanthrop

The Secret Of This Special Song. Heute: Roberta Flack – Killing Me Softly (1973)

Schon gewusst?

Die Urspungsversion dieses später  auch von den Fugees gecoverten Klassikers geht zurück auf das Jahr 1972, als die beiden Songwriter Charles Fox und Norman Gimbel das Lied für die Singer/Songwritern Lori Lieberman komponierten. Lieberman selbst hatte kurz zuvor ein Konzert des Singer/Songwriters Don McLean („American Pie“, „Vincent“) in Los Angeles besucht und war vor allem von seiner Darbietung des melancholischen Songs „Empty Chairs“ derart berührt gewesen, dass sie  Fox und Gimbel davon erzählt hatte. Beide waren gerade eh dabei gewesen einige Tracks für ihr neues Album zu schreiben und hatten bereits an einer Nummer namens „Killing Me Softly (with his Song)“ gewerkelt, in den sie diese persönliche Erfahrung ihrer Auftraggeberin nun nur zu gerne integrierten.

Lori Lieberman war es jedoch nie vergönnt mit diesem Song einen nennenswerten Erfolg einzufahren, so dass die bis heute bekannteste Version von „Killing Me Softly“ definitiv die soulige Ballade von Roberta Flack ist. Die farbige Sängerin befand sich kurz nachdem Lieberman ihr Lied veröffentlicht hatte auf einem Flug von Los Angeles nach New York und durchblätterte diverse Magazine, um zu sehen, ob jemand eine Story über sie gebracht hatte. Als sie nichts über sich fand blieb sie an einem Bericht über Lori Lieberman hängen und fragte sich, was diese Sängerin wohl habe, was ihr selbst fehlt und warum über diese unbekannte Person berichtet wird und über sie selbst eben nicht. Der Zufall wollte es, dass sie „Killing Me Softly“ noch während des Flugs an Bord zu hören bekam, begeistert war und sofort beschloss, die Nummer ebenfalls aufzunehmen. Kaum in New York angekommen setzte sie ihren Plan auch sogleich in die Tat um, fand jedoch, dass die Komposition zwar gut, aber noch nicht ganz ausgereift war. Eigenhändig veränderte sie daher einige wenige Noten und schuf erst dadurch jenen Welthit, der bis heute auf keinem Kuscheltape fehlen darf.

Auch Don McLean erfuhr erst durch den Erfolg von Roberta Flack von dieser textlichen Ehrung, als ihn ein Freund anrief und ihm mitteilte, dass der Song, der da gerade auf Platz 1 der amerikanischen Charts geschossen war, nicht von irgendeinem verflossenen Liebhaber handelte – sondern von ihm.

Die Sängerin Colbie Caillat sollte viele Jahre später im Übrigen erst durch dieses Lied und als gerade einmal 11-jährige den Entschluss fassen ebenfalls Singer/Songwriterin zu werden.

Ein Musikjournalist dreht ab: Lesen Sie auch „Schwarzer Frost“, „Geliebter Schmerz“ und „Zerteiltes Leid“ – die bisher erschienen drei Bücher von David Wonschewski. Mehr Informationen dazu gibt es: HIER.

Zum Autor:

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David Wonschewski, Jahrgang 1977, wuchs im Münsterland auf und ist seit 18 Jahren als Musikjournalist für Radio, Print & Online tätig. Als leitender Redakteur gestaltete er viele Jahre das Programm landesweiter Stationen, führte Interviews mit internationalen Künstlern, verfasste knapp 450 Rezensionen sowie PR-Texte für u.a. Reinhard Mey. Er ist Begründer (und nach aktuellem Stand auch Totengräber) des Liedermachermagazins „Ein Achtel Lorbeerblatt“ und saß von 2013 bis 2015 in der Jury der renommierten Liederbestenliste. Sein von der Internationalen Thomas Bernhard Gesellschaft empfohlener Debütroman „Schwarzer Frost“ brachte ihm 2013 erste Vergleiche mit Autorengrößen wie David Foster Wallace, Bret Easton Ellis oder eben Thomas Bernhard ein. Der Nachfolger „Geliebter Schmerz“ erschien Anfang 2014, der Roman „Zerteiltes Leid“ wurde im Mai 2015 veröffentlicht.

„Wonschewski zieht alle Register der Vortragskunst bis hin zur schrillen Verzweiflung, die sich in drastischen Stimmlagen widerspiegelt. Ironie, Sarkasmus und Zynismus – der Autor versteht es vortrefflich, diese Stilmittel zu einem höchst amüsanten Cocktail zu mixen.“ (Rainer Nix, „Westfälische Nachrichten“, 10. Juni 2015).

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