David Wonschewski | Autor

Kulturjournalist – Romancier – Misanthrop

SCHWARZER FROST – Erste Stimmen.

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Ich gebe zu, der Schriftsteller David Foster Wallace ist mir bisher vollkommen unbekannt. Da Eva Roth jedoch so nett war meinen „Schwarzen Frost“ bei Amazon mit 5 Sternen zu beurteilen, nehme ich dessen Bezugsgröße „Die depressive Person“ selbstverständlich gerne an. Untenstehende Beurteilung ist Amazon entnommen, wo der „Schwarze Frost“ inzwischen ebenfalls bezogen werden kann.

„Um es vorweg zu sagen: „Schwarzer Frost“ vom Berliner Romandebütanten David Wonschewski ist nichts für Unbedarfte. Der Leser wird mit einem Ich-Erzähler konfrontiert, der sich um Kopf und Kragen psychologisiert; seine Gedanken springen, zirkulieren, wiederholen sich. Das ist manchmal jenseits von Gut und Böse: Da ist jemand, der nicht aus sich heraus kann und der Leser steht nun 238 Seiten lang in einem sehr unheimlichen Gedankendschungel. Soll er einen depressiven Menschen nüchtern beim Untergehen beobachten? Oder soll er sich ärgern über diesen Protagonisten, der seine Freundin schlägt und sich in Übertreibungen flüchtet, die die Banalität seines Lebens umso deutlicher hervorstechen lassen?
Dabei erinnern die Erzählstrategie (und auch das Thema) an die Kurzgeschichte „Die depressive Person“ von David Foster Wallace. Insbesondere die enervierende Selbstbespiegelung, die latente, aber stets relativierte Aggressivität des offenbarten Selbstmitleids treffen sowohl auf Wallaces wie auch auf Wonschewskis Erzählerfigur zu. Verstörend einfach gelingt es „Schwarzer Frost“, den Gedankenkosmos einer gestörten Persönlichkeit für den Leser plausibel zu erschließen. Und wie bei Wallace oder auch Thomas Bernhard werden keine Kompromisse an Lesegewohnheiten gemacht. Das ist teils anstrengend, teils herausfordernd, aber wer dran bleibt und sich darauf einlässt, der erfährt etwas über die Brüchigkeit und Pathologie eines Menschen, „der ein Mörder sein könnte“. Wer an Wallace und ähnlich Gestrickten Gefallen findet, sollte sich „Schwarzer Frost“ nicht entgehen lassen.“ (Eva Roth)

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3 Kommentare zu “SCHWARZER FROST – Erste Stimmen.

  1. diewinkelmann
    5. Dezember 2012

    Reblogged this on Die Winkelmann schreibt.

  2. owyanna
    4. Dezember 2012

    Na schau, D.F.W. ist doch schon ein recht großer Schuh – insofern: Gratuliere, sieht nach einem vielversprechenden Start aus!

  3. maja
    4. Dezember 2012

    Reblogged this on Meine Sicht der Dinge und kommentierte:
    ja dann, wenns bei Amazon auch erhältlich ist

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