David Wonschewski | Autor

Musikjournalist & Romancier

bade.wanne. (12)

sinn.wort.spiel.

das wasser war überall.
ebenso die dunkelheit.
und die kälte.

am schlimmsten aber war die vollkommene orientierungslosigkeit, das völlige fehlen von gestern und heute.
an das kalte wasser hatte ich mich schon gewöhnt, gezwungenermaßen, auch an das gefühl, meine haut wäre ein alter waschlappen, der sich langsam ablöst und zersetzt.

doch die ungewissheit, wann diese klappe wieder geöffnet werden würde, wann ich endlich den lichtstrahl wieder erkennen konnte, der mich blendete, den ich aber versuche festzuhalten in meiner erinnerung – diese ungewissheit machte mich verrückt.

bloß nicht loslassen, halt es fest!
schrie mein herz, denn es konnte eine kleine ewigkeit vergehen, bevor der lichtstrahl erneut hoffnung auf ein ende meiner qual machte.
hoffen, warten, sekunden zählen –
oder zählte ich schon stunden?
vielleicht tage?

manchmal zitterte ich noch, aber nur ein wenig, denn zuviel zittern ließ das wasser wellen schlagen, ganz kleine nur, doch das geräusch der sich brechenden wellen…

Ursprünglichen Post anzeigen 352 weitere Wörter

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2 Kommentare zu “bade.wanne. (12)

  1. sinn.wort.spiel.
    8. April 2015

    danke für die blumen!

  2. davidwonschewski
    8. April 2015

    …ein gar wunderbares Stück Text aus der Feder von Sybille Ebner…schade, dass es nicht von mir ist, würde mir ganz gut stehen, finde ich…;-)

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 8. April 2015 von in Nachrichten.
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