David Wonschewski | Autor

Kulturjournalist – Romancier – Misanthrop

Ein Theremin, ein Theremin! Mutter – wir danken dir!

theremin

Juhu. Mein erster Tag als vom Senat bestimmter Fördergeldvergeber liegt seit wenigen Minuten hinter mir. Und ich denke das Gremium darf ein wenig stolz sein. Realisiert wurde ein deutsch-polnisches Neue Musik-Projekt, eine Performance-Ausstellung zur Rettung des handschriftlichen Wirkens, ein Projekt, das die Klaustrophie von E.A. Poe aus weiblicher Sicht tanzt und spricht, eine Chansonaufführung, eine faszinierende Veranstaltungsundefinierbarkeit mit Theremin, ein Comic-Konzert sowie zwei Großprojekte für Kinder aus den Bereichen Literatur bzw. Figurentheater.

Einzige Negativerfahrung: Was Künstler doch für Verrenkungen vollziehen, um Ihrem auch so sehr faszinierenden Schaffen zwanghaft einen Flüchtlingsdreh zu geben, offensichtlich im Glauben dadurch eher an öffentliche Gelder zu kommen – nicht so schön.

Ich danke für diese äußerst sinnvolle Erfahrung – und darf die vielen hier mitlesenden Künstler geradezu ermahnen, sich öfter um Fördergelder zu bemühen, diese Anträge nicht zu scheuen. Wir haben zwar auch viele Anträge abgelehnt, schlussendlich war aber mehr im Topf als wir ausgeben konnten. Das wird dann im Laufe des Jahres anderweitig in Berliner Kulturprojekte gesteckt. (so ein Fördertopf ist ja kein Jackpot, in dem beim nächsten Mal dann eben mehr liegt.)

Foto: Lew Termen mit dem von ihm entwickelten, dem faszinierendsten Musikinstrument der Welt. Ich hatte 2015 das Glück für einen Abend Teil einer Performance zu sein, in der links auf der Bühne ein Herr in Anzug und mit Fliege das Theremin bediente, derweil rechts ein Schauspieler auf eine kleine Trittleiter stieg, rauf und wieder runter, rauf und wieder runter. Und im Hintergrund eine Tänzerin, ähm, Bewegungen ungekannter Art vollführte. Ich stand mit schwarzer Gelehrtenbrille, zerrissenem Hemd und zerschundener Frisure vorne an einem Pult und durfte Kabaretttexte aus den 20er Jahren brüllen. Hach, war das herrlich bekloppt und brotlos, ich würde es glatt wieder tun!

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David Wonschewski, Jahrgang 1977, wuchs im Münsterland auf und ist seit 15 Jahren als Musikjournalist für Radio, Print & Online tätig. Als leitender Redakteur gestaltete er viele Jahre das Programm landesweiter Stationen, führte Interviews mit internationalen Künstlern, verfasste knapp 450 Rezensionen sowie PR-Texte für u.a. Reinhard Mey. Sein von der Internationalen Thomas Bernhard Gesellschaft empfohlener Debütroman “Schwarzer Frost” brachte ihm 2013 erste Vergleiche mit Autorengrößen wie David Foster Wallace, Bret Easton Ellis oder eben Thomas Bernhard ein. Der Nachfolger “Geliebter Schmerz” erschien Anfang 2014, der Roman “Zerteiltes Leid” wurde im Mai 2015 veröffentlicht.

“Wonschewski zieht alle Register der Vortragskunst bis hin zur schrillen Verzweiflung, die sich in drastischen Stimmlagen widerspiegelt. Ironie, Sarkasmus und Zynismus – der Autor versteht es vortrefflich, diese Stilmittel zu einem höchst amüsanten Cocktail zu mixen.” (Rainer Nix, “Westfälische Nachrichten”, 10. Juni 2015).

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 3. März 2016 von in Nachrichten und getaggt mit , , , , , , , .
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