David Wonschewski | Autor

Musikjournalist & Romancier

Zorn. Gedankenskizze aus den finalen Arbeiten am neuen Roman.

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Doch es wird nicht lange gut gehen auf diese Art, so ahnst du, denn eines Tages wirst du an jemanden geraten, der es dir nicht nur doppelt und dreifach heimzahlt, sondern einen, der von exakt jenem Zorn beseelt ist, von dem auch du seit so vielen Jahren durch dein Leben getrieben wirst. Und der sich aus den gleichen Gründen wie du daher gegen das Durchdenken allen Tuns und für die größte aller Freiheiten, die Gedankenlosigkeit, entschieden hat. Brüder im Geiste seid ihr, vielleicht sogar Brüder im Blute, dein wohlmöglicher Totschläger und du. Du wirst auf die Straße treten, um zu schlagen, doch  wie Kain den Abel erschlug, so wird es stattdessen er sein, der dich erschlägt. Seine Faust wird erst deine Eingeweide zu Matsch verarbeiten, dann deine Schädelplatte zerschmettern. Dank dir, Bruder! wird dein letzter Satz sein, bevor du dieserart gerechtfertigt dein Leben aushauchst.

Du bedenkst also die Optionen, die du noch hast, als Mensch unter Menschen. Durchaus bereit zu retten und gerettet zu werden. Und du  ahnst: Einen menschlichen Aderlass bräuchte es, um noch irgendwen, um noch irgendwas zu retten. Abfließen lassen müssten wir unser rotes, unser verklumptes Blut. Um einen  gänzlich neuen Menschentypus zu schaffen.

(Gedankenskizze aus den derzeit stattfindenden, den finalen Arbeiten an meinem neuen Roman. Titel und VÖ-Datum sind ungewiss. Doch die Hoffnung, dass alles zu einem gütlichen, zu einem auskömmlichen, ja einem guten Ende gar führen wird – bleibt.)

Über die nervenzermürbende Lachhaftigkeit psychischer Schräglagen: Lesen Sie auch „Schwarzer Frost“, „Geliebter Schmerz“ und „Zerteiltes Leid“ – die bisher erschienen drei Bücher von David Wonschewski. Mehr Informationen dazu gibt es: HIER.

Zum Autor:

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David Wonschewski, Jahrgang 1977, wuchs im Münsterland auf und ist seit 18 Jahren als Musikjournalist für Radio, Print & Online tätig. Als leitender Redakteur gestaltete er viele Jahre das Programm landesweiter Stationen, führte Interviews mit internationalen Künstlern, verfasste knapp 450 Rezensionen sowie PR-Texte für u.a. Reinhard Mey. Er ist Begründer (und nach aktuellem Stand auch Totengräber) des Liedermachermagazins „Ein Achtel Lorbeerblatt“ und saß von 2013 bis 2015 in der Jury der renommierten Liederbestenliste. Sein von der Internationalen Thomas Bernhard Gesellschaft empfohlener Debütroman „Schwarzer Frost“ brachte ihm 2013 erste Vergleiche mit Autorengrößen wie David Foster Wallace, Bret Easton Ellis oder eben Thomas Bernhard ein. Der Nachfolger „Geliebter Schmerz“ erschien Anfang 2014, der Roman „Zerteiltes Leid“ wurde im Mai 2015 veröffentlicht.

„Wonschewski zieht alle Register der Vortragskunst bis hin zur schrillen Verzweiflung, die sich in drastischen Stimmlagen widerspiegelt. Ironie, Sarkasmus und Zynismus – der Autor versteht es vortrefflich, diese Stilmittel zu einem höchst amüsanten Cocktail zu mixen.“ (Rainer Nix, „Westfälische Nachrichten“, 10. Juni 2015).

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Ein Kommentar zu “Zorn. Gedankenskizze aus den finalen Arbeiten am neuen Roman.

  1. Sanguine
    29. Februar 2016

    Ach, Gänsehaut.
    Ich ahne schon, dieses Buch werde ich verschlingen.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 25. März 2017 von in Nachrichten und getaggt mit , , , , , .
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