David Wonschewski | Autor

Kulturjournalist – Romancier – bipolarer Bedenkenträger

UDSSR, revisited. Soeben ausgelesen: Eugen Ruge – „Metropol“ (2019)

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von David Wonschewski

Vorabfazit: 4 von 5 Sternen

Was mir mein überaus geliebter, mein überaus schweigsamer und 1995 verstorbener Großvater gewesen ist, das hat auch Eugen Ruge in seiner Großmutter Charlotte zeitlebens sehen können, sehen müssen: Ein großes, ein tiefes, schweres und wuchtiges Geschichtsgeheimnis. Die unbekannte Vergangenheit meines Großvaters lag in Nazi-Deutschland ver- und begraben, die von Ruges Großmutter in der kommunistischen Sowjetunion. Mein eigenes Schaufenster in die so schwerlich zu erklärende Terrorregime-Vergangenheit meines sanften, liebevollen Opas bestand aus nicht mehr als ein paar hohen, viel zu hohen SA-Rangabzeichen, sorgsam drapiert auf einem kleinen Kissen, gerahmt. Und den Reisen meines Vaters nach Polen Ende der 90iger, wo er ehemalige Schulfreunde und Weggefährten meines Opas aus den 20er und 30er Jahren ausfindig machte, sie befragte. Und dabei Dinge herausfand, die man als Sohn und auch als Enkel lieber nicht herausfinden möchte. Nicht viel anders erging es Eugen Ruge, dessen Vater als Historiker viel Aufwand mit nur leidlich erhellendem Ertrag betrieb, um die persönliche Geschichte seiner Mutter zu beleuchten. Und der nur einen wirren, sehr chaotischen Stapel aus Papieren und Dokumenten aus den 20er und 30er Jahren besaß, mühsam aufgestöbert in russischen Archiven. Eindeutige Zeugnisse – die sich niochtsdestotrotz beharrlich weigern eine eindeutige, eine nachvollziehbare Geschichte zu erzählen. Eine Geschichte über eine Deutsche, die zur glühenden Kommunistin wird, früh den Wunsch hat in die Sowjetunion überzusiedeln, am Sozialismus mitzuwerkeln. Und die es weit bringt, von den Sowjets als Mitarbeiterin eines Auslandsdienstes für Geheimoperationen eingesetzt wird, auf diese Weise um die halbe Welt kommt. Was ihr exakt so lange einen leicht elitären Status verschafft bis Stalin mit seinem umfangreichen innersowjetischen Säuberungen beginnt. Und auch sie, Deckname „Lotte Germaine“, ins Fadenkreuz jener lederbemantelten Verräter-Jäger gerät, die nachts kommen, an Türen klopfen, in Gulags verschleppen oder gleich erschießen.

Sicherlich, ein ach wie toller Agententhriller hätte „Metropol“ werden können, aber derlei zu schreiben, danach stand Ruge nicht der Sinn. Auch ein exakter biografisch-historischer Roman ließ sich aus den vorhanden Dokumenten nicht schreiben. Wie Ruge überhaupt, so sagt er im Buch, der relativ gut aufgestellten Stalinismusforschung nichts hinzuzufügen hat.  Und doch musste er „Metropol“ schreiben, trieb ihn doch eine Frage um: Wie erging es seiner Großmutter als sie von einem Tag auf den anderen mit ihrem Mann Wilhelm ohne Angabe von Gründen in das exklusive Moskauer Hotel „Metropol“ umziehen musste, wo sie 477 Tage lang ausharren mussten. Von anonymen, gesichts- und namenlosen Mächten dort festgesetzt wurden, ohne zugleich ihrer Freiheit beraubt zu sein. Aufträge bekamen sie keine mehr, niemand verhörte sie, niemand drängte sie zu irgendwas, sie durften in der Stadt herumlaufen wie sie wollten, bekamen Essensgutscheine für das Hotel, später durfte Lotte kurzzeitig auch wieder einer Ersatztätigkeit als Übersetzerin in einem Verlag nachgehen, derweil Wilhelm im recht luxuriösen Hotelzimmer herumlag, Decke und Wände anstarrte, immer nervöser, immer paranoider wurde. Weil ihnen selbst nichts passierte, ihnen niemand etwas sagte. Um sie herum jedoch Dinge vor sich gingen, die sie – mit viel zu viel nutzlos verinnender Zeit ausgestattet – zu interpretieren hatten. Diesen menschlichen Zwiespalt zwischen festem Glauben an ein politisch-gesellschaftlich faires und gerechtes System und dem paranoiden Gefühl von exakt diesem System derart hängen gelassen zu werden, dass es sich nach und nach zu einer fundamentalen seelischen Bedrohung auswächst darzustellen wollte Ruge sich widmen.

Ich weiß nicht, was meine Großmutter wirklich gedacht hat, so bekennt der Autor im Epilog zu „Metropol“. Ich erfinde, ich unterstelle, ich probiere aus, denn nichts anderes heißt Erzählen: ausprobieren, ob es tatsächlich so gewesen sein könnte.“

Stilistisch macht Ruge diesen erzählerischen Standpunkt sehr deutlich, indem er den Roman durchgängig im Präsens verschriftlicht, wodurch interessanterweise schnell klar wird, dass dort ein Nachgeborener achtzig Jahre nach seiner Großmutter im gleichen Hotel (das „Metropol“ gibt es noch immer) und sogar im gleichen Zimmer hockt, aus dem glechen Fenster schaut, den Blick über zum Großteil sogar die gleichen fragwürdigen, vielfach interpretierbaren Gebäude schweifen lässt. Empathisch nachvollzieht, wie es im Jahr 1936 für seine hier festgesetze Großmzutter gewesen sein muss Moskau zu betrachten:

„Drüben, auf der anderen Seite des Platzes, riesige Transparente über die Fassaden gespannt: Konterfeis bekannter Sowjetpolitiker. Inzwischen hat sie sich daran gewöhnt, aber damals fand sie diese Art der Selbstdarstellung befremdlich – nicht gerade was sie unter kommunistischer Bescheidenheit verstand. Aber mehr noch hatte sie damals erstaunt, dass ausgerechnet der Mann mit dem Schnauzbart im Verhältnis zu den anderen dermaßen hervorgehoben war. Sie kannte den Namen Stalin, aber war er nicht bloß eine Art Sekretär? Waren andere Parteiführer nicht sehr viel bedeutender? Jetzt hängt nur noch er da. Stalin. Der große Steuermann. Lokomotivführer der Weltrevolution. Bannerträger der Menschheit. Hat wirklich das Volk ihm all diese Namen gegeben? Freude der Völker. Sonne der Gerechtigkeit…“

So wie mein Vater und ich nie herausfinden konnten, ob mein Opa Hitler auch nach dem Zweiten Weltkrieg je die innere Gefolgschaft versagte, hat auch Ruge keinerlei Schimmer, ob seine Großmutter je von Zweifeln gepackt worden ist. Genau das ist die große Schwäche, faszinierenderweise zugleich aber auch die große Stärke dieses Romans, wird doch überdeutlich, dass Ruge seine eigenen Fragen gleichsam auf die Großmutter projiziert. Ein Systemzweifel, der sich durch das ganze Buch zieht, das große „wie konnte man nur so verblendet sein?“ des (historisch vielleicht privilegierten, mit Sicherheit aber auch selbstherrlich urteilenden) Nachgeborenen.

Die Personen, die Umgebung und vor allem die Rahmenhandlung von „Metropol“ sind dabei alle echt, alle wahr. Wie jede politische Bewegung, die unter dem Banner der Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit erwächst, driftete auch der sowjetische Sozialismus erst ins Diktatorische, dann schließlich ins Paranoiahafte ab. Machte man in den USA Jahre später auf fast schon lachhafte Art und Weise Jagd auf „Linke“, so witterte die sowjetische Führung seit Stalin den größten Widersacher nicht auf der anderen Seite des Atlantiks, sondern in den eigenen Reihen. Fürchtete nicht so sehr den Angriff von außen, sondern weitausmehr die Zersetzung von innen:

Als ich in die Partei eintrat, da waren sieben Leute im Politbüro: Lenin, Trotzki, Sinowjew, Kamenew, Rykow, Tomski und Stalin. Von den sieben ist einer heute der unumstrittene Führer, und fünf sind Volksfeinde.“

Vor allem Trotzki war es, der Stalin herausforderte und der sich daher veranlasst alle „trotzkististischen Einflüsse“ aus seinem Land zu tilgen, sie auszumerzen. Der Beginn einer wahrlichen Hexenjagd, jede Äußerung konnte einem plötzlich diametral ausgelegt werden, jeder Schlenker in der eigenen Biografie das Individuum direkt in den Gulag bringen. Eine fragwürdige Vita konnte genauso das Ende bedeuten wie eine allzu geleckte. Den daraus resultierenden Wahnsinn, das Wissen darum, dass es gar kein richtiges und falsches Handeln mehr gibt, in allem Richtigen etwas Falsches und in allem Falschen was Richtiges liegen kann bringt Ruge immer wieder bemerkenswert pointiert auf den Punkt. Lotte hat in Ihren Parteianträgen ihre Erziehung in einer „königlichen Erziehungsanstalt“ zu einer „staatlichen Schulzeit“ werden lassen, einfach nur um auch als Ausländerin eine Chance zu haben aufgenommen zun werden. Reicht diese Lüge nun, um nachts abgeholt und erschossen zu werden? Wilhelm achtet beim Essen im Hotel darauf möglichst oft lautstark Sätze mit „Stalin sagt dazu..“ zu beginnen, in der Hoffnung, dass es gehört, notiert wird. Wird sie gerade das retten? Oder ins Verderben führen?

Als Lotte plötzlich für eine kurze Zeit in einem Verlag arbeiten darf, beginnt sich das Paar nicht nur zunehmend zu entzweien, sondern sogar einen Argwohn gegeneinander auszuprägen. Wilhelm traut Lotte nicht mehr – wieso bekommt sie einen Job und er, der konsequentere, eifrigere, linientreuere Sozialist ist weiterhin dazu verdammt im Hotelzimmer abzuhänge? – und Lotte traut Wilhelm, sinnigerweise aus der gleichen Argumentation heraus, nicht mehr.

„Natürlich versteht Charlotte, dass er leidet. Zugleich beginnt ihr seine Untätigkeit auf die Nerven zu gehen. Die Stunden, die sie mit ihm verbringt, werden immer quälender. Er ist kaum aus dem Zimmer zu bekommen, in das nie ein Sonnestrahl fällt und das, je heller der Himmel draußen wird, nur immer höhlenartiger zu werden scheint. Anderseits kann sie ihn auch nicht allein hier sitzen lassen, da sie ohnehin die meiste Zeit nicht zu Hause ist. Also verbringt sie den Feierabend in der Höhle und hört sich Wilhelms Wheklagen an. Und als sie es am freien Tag endlich einmal schafft, ihn zu einem Spaziergang zu überreden, schleicht er wie ein Schatten neben ihr her, und alles, was er sieht, scheint ihm Schmerzen zu verursachen.Der Kopf tut ihm weh von der Sonne. Der Wind stört ihn plötzlich. Auf dem Roten Platz bleibt er naselang stehen, weil er Sand in den Augen hat.“

Nacht für nacht hören Charlotte und Wilhelm, wie feste Schritte den Flur bevölkern, es den Gang rauf oder runter fest an einer Tür klopft – und am nächsten Tag einer der Dauergäste fehlt. Das „Metropol“ einen Festgesetzen weniger hat. Und als es über die Wochen und Monate hinweg immer weniger werden, beginnt auh Lotte vorsorglich schon einnmal den Koffer zu packen. Und sich nur noch angekleidet zum Schlafen ins Bett zu legen. Wilhlem tut es ihr nach. Und warum das alles? Weil sie im Jahr 1933 einem nur über vier Ecken Bekannten einen gebrauchten Schallplattenspieler weiterverkauft haben. Dem sie mitsamt Frau Monate später dann in einem Park noch einmal zufällig über den Weg liefen, freundlich grüßten. Offenbart sich die wahrhaft „volksverräterische Grundgesinnung“ nicht genau darin, nicht zu erahnen, dass dieser freundlich grüßende Schallplattenspielerkäufer drei Jahre später in einem politischen Schauprozess vor Gericht stehen würde? Was muss man so einem denn etwas verkaufen, was muss man so einen freundlich grüßen? Shame on you, Lotte. Shame on you, Wilhelm.

„Metropol“ ist kein sonderlich guter Roman, wenn man ihn als historische Aufarbeitung oder gar als Sowjet-Bashing lesen möchte. So gesehen ist er fast schon flach und hilflos. Grandios ist er, so man ihn aus seiner eigentlichen Zeit und Umgebung herauslöst, ihn ins Hier und Jetzt verfrachtet, in ein Land seiner Wahl. Dann ist „Metropol“ eines der wuchtigsten literarischen Statements gegen Totalitarismus jeglicher Coleur, gegen die brutal-verblendete Vereinnahmung von Individuen durch Systeme, die der duetschprachige Buchmarkt in den letzten Jahren zu lesen bekommen hat.

Ein Appell an die weiterhin weltweit grassierende Blödheit von uns Menschen, sich so gerne einer großen Sache hingeben, einer blendenden Idee opfern zu wollen. Beständig in derart großen Rahmen zu denken, dass wir schon gar nicht mehr bemerken wie uns derweil die vielen kleinen Rahmen, die unser Leben doch eigentlich ausmachen, abhanden kommen.

Weitere Literaturbesprechungen gibt es: HIER.

Ein Kulturjournalist tobt sich aus – „Schwarzer Frost“, der bitterböse Debütroman von David Wonschewski. Mehr Informationen zu diesem Buch entnehmen Sie bitte den Seiten dieses schattigen Blogs. Oder aber tummeln sich direkt HIER.

5 Kommentare zu “UDSSR, revisited. Soeben ausgelesen: Eugen Ruge – „Metropol“ (2019)

  1. Bludgeon
    21. Januar 2021

    Hm. Die Tage des abnehmenden Lichts waren Seeeehr gut. Der Film ebenfalls. Und nun hat E.Ruge scheinbar das Grass’sche Blechtrommelproblem: Was sollste noch schreiben? Alles wirkt wie ein Anhängsel des einen.

    Irgendwie scheint mir „metropol“ nichts wirklich neues mehr bringen zu können.

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  2. galgenzork
    9. April 2020

    Klar, meine eigene Identität speist sich aus mehr Quellen als nur aus der einen. Meine eigene Sozialisation spielt auch eine Rolle sowie die Erfahrungen, die ich im Laufe des Lebens machen durfte. Doch wozu beschäftigen wir uns mit unserer Geschichte, mit der Vergangenheit? Reiner Selbstzweck? Zum Vergnügen, zur Unterhaltung? In der Psychoanalyse kann der Blick zurück eine Perspektive für die Zukunft frei machen.

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  3. davidwonschewski
    9. April 2020

    Hallo,
    und vielen Dank für die so ausführliche Rückmeldung. Ich finde das Thema sehr interessant – wobei dieses Adjektiv, „interessant“, für mich adäquat ist, eben weil ich vermute, dass ich keine Nachwirkungen aus meiner eigenen Familiengeschichte mit mir herumtrage. Wobei man hier gerne das Wort „vermute“ betonen darf, es ist ja ein wenig wie mit Corona, was weiß denn ich, ob ich es habe oder nicht. Eigentlich denke ich, rein logisch betrachtet, dass so etwas nicht möglich ist, dass also zwei bis drei Generationen später keine Nachfolgeschäden mehr zu finden sein sollten. Und wenn dem so ist, dass das dann eher selbst auferlegt ist, wie eine self fulfilling prophecy. Durch eine erhöhte Beschäftigung mit, eine erhöhte Fokussierung auf ein Thema. Gibt es ja seit Menschengedanken und quer durch alle Felder. Es gibt Frauen mit Geburtsjahr 1988, die sich den Suffragetten verbunden fühlen (und ich frage mich: warum?!), es gibt in New York aufgewachsene und dort lebende Juden, die sich als Westbank-Siedler im Geiste sehen, manchmal in einem spontanen Kraftakt sogar hinreisen, mit-siedeln, verbrannte Erde hinterlassen, zurück ins behagliche Queens fahren (und ich denke mir: häh?!), es gibt deutsche Mit-Fünfziger, denen das Leid vor der eigenen Haustür am Hinterteil vorbeigeht, wenn man aber das Wort „Tibet“ auch nur flüstert, treten ihnen Tränen in die Augen und sie werden zu Menschenrechtsfightern. In seinem Roman „Gegenleben“, lese ich gerade, beschreibt Philip Roth das ganz gut und deutet es als Ersatzidentifikation um, die Menschen an irgendeinem Zeitpunkt ihres Lebens packt. Frei nach dem Motto: Wenn man eigenes Hier und Jetzt mich frustriert, wühle ich doch mal im gestern, ob sich nicht da was von Belang finden lässt, etwas, was mich fleihen lässt aus meiner Verantwortung mir selbst Sinn zu verleihen. Aktuell stimme ich dem zu, aber wie gesagt: gut möglich, dass mich in einigen Jahren auch so etwas erfasst. Mein Opa war Bergmann, er starb auch an einer dementsprechend verstaubten Lunge. Mein Vater, auch verstorben, war Beamter und klagte im höheren Alter ebenfalls über ein derartiges Staublungengefühl. Ich bin Tastaturarbeiter, hab‘ ich Fenster, hab‘ ich Frischluft. Und doch spüre auch ich manchmal bereits einem Druck in der Lunge nach.
    Nach der „vergessenen generation“ werde ich mal stöbern, vielen Dank für den Tipp!

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  4. galgenzork
    7. April 2020

    Von meiner Großmutter habe ich offenbar über meine Mutter das Trauma ihrer Vertreibung und Flucht übertragen bekommen. Meine Mutter, Jahrgang 1955, erlebte als Kind wie ihre Mutter in der neuen Heimat einen Hang zu Bahngleisen hatte, die sich direkt vor dem Elternhaus befanden. Aber gestorben ist meine Großmutter erst viel später nach der Wende, emotional verkrüppelt wie meine Mutter, wie ich heute. Einmal spätabends, als ich als Jugendlicher meine Großmutter über das Wochenende besuchte und wir uns gemeinsam eine Riefenstahldoku ansahen, sang sie auf einmal textsicher die Nazilieder mit, die im Fernsehen liefen, und fing an zu erzählen und zu schwärmen vom BDM und deren Ausflügen. Und das nach 40 Jahren DDR-Leben. Als ob das Leben in der Nazizeit einfach in einem Keller überdauert hatte. Ihr vorzeitiger Tod wegen einer misslungenen OP hat bei mir eine traurige Erkenntnislücke hinterlassen. Geblieben sind die Depressionen und die Angststörungen – bei meiner Mutter wie auch bei mir wie auch abgeschwächt bei meinen Kindern. Deswegen habe ich eine Ahnung von den verheerenden Auswirkungen von Krieg und Flucht. Kenne aber auch die Prozesse der Verdrängung und des Gedächtnisverlustes nach solchen Erfahrungen. Dadurch erklärt sich für mich vieles, was heute im rechten politischen Bereich stattfindet. Vor allem im Osten. Trotzdem toleriere ich das nicht. Bücher wie „Metropol“ von Eugen Ruge sind für mich ein Hinweis darauf wie nachhaltig und kollektiv solche Kriegserfahrungen sind. Ein Grund, warum ich Krieg und Diktaturen sowie Tendenzen und Figuren wie die vom „Bernd“ Höcke ablehne. Kennen Sie das Buch „Die vergessene Generation“ von Sabine Bode?

    Gefällt 1 Person

  5. Xeniana
    8. März 2020

    Das Schlusswort spricht mir aus der Seele. Have diesen Ruge sehr gern gelesen.

    Gefällt 2 Personen

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