David Wonschewski | Autor

Kulturjournalist – Romancier – bipolarer Bedenkenträger

Und, was lest ihr gerade so? 06. Januar 2022

Wissen Sie, was das Blöde an Khomeini ist? Also abgesehen vom vermeintlich Offensichtlichen? Man kann sich so freudig entschließen, ein Selfie mit einem Buch über ihn zu schießen, wie man will – es fällt einem einfach nicht ein, was für ein Gesicht man dazu ziehen könnte. Klar, in die Kamera lachen geht immer, auch in unpassenden Momenten. Humor in selbst den düstersten Momenten kommt super. Nachzufragen bei Laschet, Armin. Nun, wie unschwer zu erkennen ist habe ich mich für die verbittere Visage entschlossen. Erschien mir am passendsten. Weil Khomeini ein böser Mann war. Was ich woher so genau weiß? Aus dem Film „Die nackte Kanone“ von 1988, logisch. Gleich die Eröffnungsszene, Frank Drebin stürmt ein Schurkentreffen in Beirut, am Tisch damals Gorbatschow, Arafat, al-Gaddafi, Idi Amin, Castro und eben Khomeini. Nein, wir im Westen wurden nie politisch gehirngewaschen, wir doch nicht. Wir waren einfach interessiert an amerikanischer Kultur und konnten dabei noch sehr gut differenzieren zwischen….knall die Kommunistensau ab, Frank! Kämpf‘ für afroamerikanische Gerechtigkeit, O.J.!

Hach ja. Amerikanische Komödien und Actionstreifen der 80er-Jahre Schauen bildet, manchmal sogar wie Blöde. Sollte mir nun ein Schlaufuchs kommen von wegen, dass wir auch 2022 noch so ekelhaft bestrebt sind, möglichst plump Feindbilder aufzubauen hat einerseits zwar recht, muss sich andererseits aber auch in aller Entschiedenheit sagen lassen, dass er recht hat. Dieser Tage erst wieder Putin durch diese imposanten gewiss 50 Meter hohen Türen im Kreml zum Rednerpult schreiten sehen. Musste ich sofort bellen. Bei Erdogan und Orban genauso. Kaum tauchen die auf der Mattscheibe auf, Speichelfluß, geifern. Dabei boykottiere ich Spiegel Online doch schon seit 6 Monaten.

War sonst noch was mit Khomeini außer offiziell böse? Man sollte ihn nicht verwechseln mit Khamenei und damit null Sensibilität für Nuancen der wunderschönen persischen Sprache offenbaren. Und natürlich die Fatwa gegen den Autor Salman Rushdie, letztlich ein Mordaufruf. Und dann ist auch schon Ende, bei mir zumindest. Was, wie die Biografie-Autorin Katajun Amirpur im Vorwort des von mir mit unfassbar verbitterter Miene ins Bild gehaltenem Werk zurecht sagt, seltsam ist. Eine der prägendsten Gestalten des vergangenen Jahrhunderts, so prägend, dass wir letztlich auch wegen ihm täglich in der Presse mit dem Iran vorliebnehmen dürfen. Und wir wissen nichts. Nichts, nichts, nichts. Nur irgendwas mit durch und durch „böse“. Wie der schon guckt. Ein Ivan Drago mit Vollbart und Kutte, schneidig, schneidig. Ivan wer? Ach Leute…..

Da ich das Buch gerade angefangen habe zu lesen, kann ich noch nicht viel erzählen. Habe aber eine hübsche Quizfrage, etwas „off topic“: Der Iran gehört zu den wenigen Ländern, die sich neben einem Atomprogramm, hüstel, auch einen männlichen Artikel leisten, zumindest in unserer Sprache. So wie der Oman, der Irak, der Tschad, der Vatikan, der Jemen. Es gibt noch weniger Länder mit weiblichem Artikel wie die Schweiz oder die USA, wobei sich das Weibliche dort noch relativ logisch herleiten lässt – die Schweizerische Eidgenossenschaft bzw. die Staaten). Warum aber wird ein Staat grammatikalisch gesehen männlich?

Wer eine Idee oder nur einen wilden Tipp hat – auch endpeinliche Verzweiflungsversuche sind gerne gesehen – kommentiere bitte einfach auf meiner WordPress Homepage, bei Facebook oder Instagram. Bitte nicht bei Twitter, man merkt es mir zwar nicht an, aber sogar ich habe meinen Stolz. Unter allen Kommentiererinnen, Kommentierern und Kommentierenden – also es können echt alle drei mitmachen – verlose ich einen meiner bahnbrechenden Bahnbrech-Romanen. Wem es peinlich ist die Lösung öffentlich zu ertippen oder mit einem meiner Romane in Verbindung gebracht zu werden kann mir auch eine Privatnachricht senden. Aber bitte nicht anfangen mit: „Buch muss nicht, aber ich weiß die Lösung…“. Ich habe nicht nur Stolz, sondern auch Gefühle. Nicht so viel wie Khomeini, aber es reicht für eine Revolution.

Abschließen möchte ich dieses nur bedingt sinnvolle Posting mit einem Witz des 2020 verstorbenen Chef-Witzeerzähers Fips Asmussen, der aufgrund seiner Schlüpfrigkeit heute kaum noch tragbar wäre. Total flach, muss ich aber immer dran denken, wenn es darum geht im Internet Werbung für meine Bücher zu machen. Der geht so:

Kommt eine total hässliche alte Schabracke mit verschrumpeltem Gesicht, Pickeln und Pusteln und schlechtem Atem mit nem Papagei auf der Schulter in ne Kneipe und brüllt…

„Wer errät was ich auf der Schulter habe, darf einmal umsonst mit mir in die Kiste“

Alles still, alle ducken sich ab, schauen weg, pikiert. Sekunden verstreichen. Darauf ein Besoffener, besonders gewitzt: „Ich hab’s: Ein Schwein!“
Alle lachen
Darauf die Alte: „Na, mein Kleiner, das will ich grade nochmal gelten lassen“.

Wer nicht rafft was der Witz mit meinen Bücher zu tun hat, kein Ding, Nachricht an mich. Will ich dann gerade mal noch so als Teilnahme am Gewinnspiel gelten lassen.

Zu den Büchern von David Wonschewski – hier klicken

Ein Kommentar zu “Und, was lest ihr gerade so? 06. Januar 2022

  1. PS 60+ alias Bipo
    6. Januar 2022

    Also ich lese grad Die Buddenbrooks, nachdem Pascal Merciers ‚Nachtzug nach Lissabon‘ mich dazu bewegt hat, seit 50 Tagen mindestens eine Stunde Portugiesisch zu büffeln.

    Von meinem iPhone gesendet

    >

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 6. Januar 2022 von in Nachrichten.
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