David Wonschewski | Autor

Kulturjournalist – Romancier – Misanthrop

Kleinkunst-PR

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Liebe Liedermacher, liebe Chansonniers, liebe Kleinkünstler !

dass Sie und Ihre Kreativität sich wahrlich nicht das öffentlichkeitswirksamste aller musikalischen Genres erwählt haben, nun, das dürfte Ihnen alles andere als neu sein. Finde mal einer ein erschwingliches Aufnahmestudio. Erhasche mal einer ein kleines Besprechungs-Eckchen in einer Musikpostille. Und komme mal einer an Auftrittsmöglichkeiten. Und halbwegs stilvolle Fotos erst, nebst diversen Ideen wie man sich strategisch am besten positioniert und präsentiert…

Gar nicht so einfach alles. Vor allem, wenn das Budget, sagen wir es ruhig, bemitleidenswert überschaubar ist.

Ob gerade ich an dieser Stelle helfen kann ? Nun, 15 Jahre als leitender Musikredakteur landesweiter Radiosender und über 500 veröffentlichte Plattenrezensionen haben mich durchaus ein Gespür dafür entwickeln lassen, wie sie denn so ticken, die Medien. Was sie suchen – und was sie vor allem so gar nicht suchen. Das von mir etablierte Kleinkunstmagazin Ein Achtel Lorbeerblatt (www.ein-achtel-lorbeerblatt.de) sowie meine daran anknüpfende Berufung in die Jury der renommierten Liederbestenliste, hat mir zudem ein unerschöpfliches Netzwerk eröffnet. Ein Netzwerk aus Kleinkünstlern, Journalisten, Produzenten, Fotografen, Veranstaltern, Bookern, Labels und Musikverlagen.

Dass Liedermacher-Ikonen wie Klaus Hoffmann, Manfred Maurenbrecher, Christof Stählin und Reinhard Mey mich eingeladen haben ausgiebige Interviews mit ihnen zu führen und letzterer mich daraufhin sogar beauftragte, die offizielle Presse-Info zu seinem Album “dann mach’s gut” zu schreiben (siehe unten) hat mich, ich darf es sagen, nicht nur ein wenig stolz gemacht, sondern mir auch das Vertrauen gegeben, mich in dem für mich adäquaten Genre zu tummeln.

Sonst noch etwas? Ja ! Im Gegensatz zu den meisten PR-Leuten, kenne ich als Schriftsteller wahrlich auch Ihre  Seite. Ich weiß wie es ist, auf einer Bühne zu stehen, mal gemocht, mal abgelehnt zu werden. Ich weiß, wie es ist, gerade als Anfänger, vor allem gegen verschlossene Türen zu laufen und mit wenig Budget möglichst viel an Wirkung erzielen zu müssen. Ich kenne aber auch das Gefühl erster kleiner Erfolge, diese nicht in Worte zu kleidende Euphorie, wenn das Publikum nach einem Auftritt applaudiert, lobt oder meine Bücher kauft.

Ich stelle die Frage erneut: Ob gerade ich Ihnen helfen kann? Ich sage es Ihnen: Ich denke, dass ich genau das kann.

Sprechen Sie mich einfach an, ganz unverbindlich selbstverständlich. Und lassen Sie uns ganz unverbindlich darüber reden. Erstkontakt bitte ausschließlich via Mail: david.wonschewski@gmx.de.

Ich freue mich auf Sie und Ihre Musik!

Ihr

David Wonschewski

 

Offizieller Promo-Text zu: Reinhard Mey – dann mach’s gut (2013)

(siehe auch HIER)

von David Wonschewski

Zunächst ist da diese eine Frage. Etwas unverschämt, geradezu unfair. Und doch unausweichlich: Wo nur nimmt dieser Mann seinen unfassbaren Ehrgeiz her, diese Motivation? Und wo nur holt er noch immer diese so fein gesponnenen Melodien her? Von den vielen frischen Themen ganz zu schweigen, die sich erneut geradezu tummeln, dort auf seiner neuen Platte.
Er wird diese Fragen noch oft hören in den kommenden Monaten. Die Songs fordern es schließlich geradezu heraus.

„Es hat mich geschrieben“, antwortet Reinhard Mey, lachend und ohne zu zögern. „Einfach so. Und ganz leidenschaftlich!“ Er kennt ihn, diesen seltsamen Argwohn der Medienbranche. Er hat viele Jahre Zeit gehabt, sich daran zu gewöhnen. Und pariert ihn mit leichter, verblüffend ehrlicher Hand.

Es ist ein Nachmittag Anfang April, vor wenigen Tagen erst hat Mey vor einem Millionenpublikum eine TV-Laudatio auf seinen Freund gehalten, den ECHO-Preisträger Hannes Wader. Rührend persönlich und wohltuend selbstlos hat er dies hinbekommen – und damit einen selten-intimen Moment der Menschlichkeit geschaffen, inmitten all der Kameras und Scheinwerfer, die dort so brutal direkt auf ihn gerichtet waren. Aus der Ruhe haben die ihn jedoch nicht bringen können, natürlich nicht. Nun aber sitzen wir in seinem Aufnahmestudio, und ausgerechnet hier, ganz bei sich und seinen neuen Songs, wird dieser routinierte Liedermacher mit einem Male von einem enthusiastischen Aufbegehren gepackt, einer fast schon euphorischen Inbrunst. Und er hat allen Grund dazu in freudiger Erwartung mit den Füßen zu trappeln, erscheint mit „dann mach’s gut“ doch sein inzwischen 26. Studioalbum. Viel wichtiger jedoch: Das erste seit drei Jahren. Die Freude darüber, endlich wieder veröffentlichen, auftreten, ja einfach nur loslegen zu können, sie erfüllt den ganzen Raum. Siebzig Jahre alt ist Mey im vergangenen Dezember geworden. Doch noch immer schreibt es ihn nicht nur, wie er sagt, sondern zieht ihn auch. Und dieses Aufnahmestudio, das wird schnell klar, das ist längst zu eng für ihn geworden. So gerne er hier auch herumtüftelt an seinen Liedern, über Wochen, Monate, manchmal gar Jahre hinweg – jetzt ist es Zeit, die neuen Stücke endlich seinem Publikum zu präsentieren. Mey muss endlich raus hier. Mey muss wieder fliegen.

Dass sein Songrepertoire prall gefüllt mit Klassikern ist, dass er, ausgehend von seinen Auftritten auf der Burg Waldeck, Mitte der neunzehnhundertsechziger Jahre ein ganzes Genre mitgeprägt hat, ja in den Augen vieler Menschen längst zum Inbegriff des Liedermachers geworden ist – geschenkt. Das alles macht ihn stolz, sicherlich. Doch mit jedem neuen Lied und mit jedem neuen Album werden für ihn die Karten neu gemischt. Er will sich nichts beweisen, nein. Er muss es.

Denn so sehr Reinhard Mey auch auf „dann mach’s gut“ ein Meister sanfter Zwischentöne ist, zum Stillstand ist er nie gekommen, bis heute nicht. Wen es erst einmal schreibt und zieht, den treibt es auch an. Und zwar beständig.

“Ich träume noch immer davon, das perfekte Chanson zu schreiben“ sagt er. Und meint es noch nicht einmal kokett. Denn, dass er es schon so viele Male geschrieben hat, jenes „perfekte Chanson“, das sieht einer wie er nicht. Natürlich nicht, reibt er sich bei seinen Auftritten in fast schon kindlicher Verwunderung doch noch immer Abend für Abend die Augen, wenn er kurz vor der Show zaghaft den Vorhang zur Seite schiebt, unsicher hinausspäht – und dann feststellt, dass er schon wieder vor restlos ausverkauftem Haus spielen darf. Dabei ist es doch so logisch, dass wir ihn noch immer hören wollen, ihm noch immer in Scharen folgen. Diese an Selbstlosigkeit grenzende Menschlichkeit ist es, die uns anzieht, ist sie doch so beschämend selten geworden in unserer Gesellschaft. Und dann natürlich diese unentrinnbaren Lieder, von denen gleich fünfzehn neue nun auf „dann mach’s gut“ zu finden sind. Plus zwei Bonustracks, von Mey frisch eingespielte Songs von Hannes Wader und Fabrizio de Andrè. Beides Stücke, die ihm seit Jahren ganz besonders am Herzen liegen. Siebzehn Songs also – ein eindrücklicher Beweis der ungebrochenen Spiellust und Schaffenskraft Reinhard Meys.

„Sicherlich, ich hätte auch drei Songs für das nächste Album aufheben können. Aber wer weiß, was in drei Jahren ist? Und Lieder kann ich nicht aufheben. Die beiden Bonus Tracks sind Lieder, die mich lange, lange begleiten und von denen ich mir immer gewünscht habe, sie einmal nicht nur für mich im Stillen zu singen. Und wer 15 eigene hat, darf sich auch mal einen Extraliederwunsch erfüllen – das habe ich getan“.

Auch wenn Mey darauf besteht, dass er sich beim Schreiben von so einzigartig zärtlichen, verletzlichen und doch immer tröstenden Stücken wie „Wenn du bei mir bist“ oder „Fahr dein Schiffchen durch ein Meer von Kerzen“ nur auf sein eigenes Leben, seine Ängste und seine Sehnsüchte konzentriert – unterm Strich schmiegen sich auch diese Songs wieder einmal an die Vita eines jeden von uns, finden ihren Platz in unser aller Leben. Worin das wahrliche, das bis heute viel zu selten gewürdigte Faszinosum seiner Kompositionen liegt: So beiläufig manche seiner Themen zunächst auch erscheinen – ein Taschentuch, ein Mantel, der Silvestertag – Reinhard Mey gelangt gerade durch sie zu einer emotionalen Intensität, die gar nicht anders kann, als in einer Symbiose aus Sänger und Hörer zu münden. Eine Verschmelzung, wie sie nur er hinbekommt. Und so mag er zwar dort oben stehen, auf der hell erleuchteten Bühne – er befindet sich doch mitten unter uns.

Sicherlich, einige Aspekte auf „dann mach’s gut“ erscheinen bekannt, hat Reinhard Mey sich im Laufe seiner Karriere doch immer wieder daran abgearbeitet: Sein Kampf gegen Militarismus beispielsweise, seine Empfindungen und Erlebnisse als Vater dreier Kinder, sein Umgang mit Alkohol oder – last, but never least – seine Leidenschaft für das Fliegen. Eine selbstreferentielle Wiederholung ist ihm von manch Kritikern vorgeworfen worden deswegen. Ein Fehlurteil, wie „dann mach’s gut“ nun belegt, eindeutig und endgültig. Was Reinhard Mey hier auf Albumlänge zelebriert, ist die personifizierte, ja gar menschlich-natürliche Weiterentwicklung. Und so reiht sich „Alter Freund“, sein Lied über den Wein, mitnichten mal eben so ein in die Phalanx seiner Bier- und Becher-Klassiker früherer Jahre. Sondern erzählt uns stattdessen etwas über die souveräne Gabe der Selbstreflexion eines in die Jahre gekommenen Genuss- und Wohlfühlmenschen. Oder aber „dann mach’s gut“, der Titeltrack, eine Komposition, die nun aber wirklich verdammt nah am perfekten Chanson entlang balanciert und jene Mischung aus Wehmut und Stolz beinhaltet, die beinahe alle seine „Elternlieder“ kennzeichnet, die er über die Jahre geschrieben hat. Und doch aus einer vollkommenen anderen Ecke zu kommen scheint als seine thematischen Vorgänger, mit neuen Erfahrungen aufwartet, neuen Sichtweisen, neuen Hoffnungen und Sehnsüchten.

„Wenn schon Musik“ bringt jenes charakteristisch beschwingte Gefühl für Melodien hervor, für das ein Adjektiv wie meyesk längst überfällig wäre, wartet es doch mit einem Refrain auf, der schlichtweg unentrinnbar ist. „Es ist an der Zeit“, eins von zwei Stücken, die nicht aus seiner eigenen Feder stammen, sorgt schließlich für das vermutlich größte Gänsehaut-Gefühl, welches die deutschsprachige Musikszene in der näheren Vergangenheit zu bieten gehabt hat. Im Original ein friedensbewegter Hannes Wader-Song aus dem Jahr 1980 stellt Mey durch seine ruhige Interpretation unter Beweis, wie sehr ihn fehlgeleitete Auswüchse unserer Gesellschaft noch immer quälen. Denn auch Protestsänger ist er immer gewesen, ein Mann des klar formulierten Widerspruchs. Sie mögen sich sanft entfalten, seine Geschichten aus der harten und unbarmherzigen Realität der Gescheiterten, der Abgehängten und Verlorenen. Doch sie sind immer da, mitten auf seinen Platten, seit jeher.

„Je länger ich lebe, desto wichtiger und lustvoller ist mir das Schreiben, selbst wenn es zuerst ein Ringen und Grübeln und Zweifeln und Verzweifeln ist, aber zum Schluss, wenn alles klar und wahr wird, wird es eine Freude“, sagt er. Es ehrt ihn, dass er noch immer standhaft daran glaubt, als Biograf in eigener Sache unterwegs zu sein. Doch „dann mach’s gut“ beweist, was seine vielen treuen Hörer schon so lange wissen: Dass Reinhard Mey niemals nur sich selbst, sondern zugleich auch stets den wahren und wirklichen Menschen beschreibt. Als Chronist des echten Lebens.

Und so greift er zum Abschluss unseres Gesprächs noch einmal nach seiner Gitarre. Schlägt wie wahllos ein paar Akkorde an, summt versonnen vor sich hin. Ein warmer, geradezu inniger Moment. Aber auch einer, der alle überflüssigen Fragen in Luft auflöst.

Denn es ist unübersehbar: Dieser Mann brennt noch immer. Lichterloh.

Foto oben (Vihuela des Liedermachers, Kabarettisten und Kleinkunstpreisträgers Christof Stählin): Masha Potempa (Musik – Lyrik – Fotografie, www.mashapotempa.de)

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